Die Linke Minden-Lübbecke
Trotz Zurückrudern: Grünes Familienministerium weiter auf Irrwegen
Die Linke steht solidarisch an der Seite aller Kinder, Beschäftigten und Eltern, die sich im Mühlenkreis und in ganz Nordrhein-Westfalen an Aktionen gegen die Reformentwürfe zum Kinderbildungsgesetz (KiBiz) einsetzen. Aktionen wie das gemeinsame Stoppzeichen von Eltern, Kindern und Beschäftigten am 17.04. in Eickhorst zeigen, lautstarker Protest wirkt und erhöht den Druck auf die schwarz-grüne Landesregierung. Dieser Kampf für die Zukunft unserer Kleinsten muss gemeinsam und lautstark geführt werden.
Neben dem Kampf zum Erhalt der Kita Holtrup rufen wir auch zur Teilnahme an ähnlichen Aktionen wie der Demonstration der Mindener Kita Bärenstark auf. „Es kommt jetzt auf uns alle an, Seite an Seite mit allen Beteiligten lautstark für die Zukunft unserer Kitas und damit unserer Kinder zu kämpfen. Lasst uns für alle klar erkennbar eine rote Linie ziehen", fordert Leon Rohlfing, Kreissprecher für Die Linke Minden-Lübbecke und selbst von Beruf Erzieher.
Besonders Einrichtungen in ökonomisch stark benachteiligten Bezirken wie Bärenkämpen brauchen unsere Unterstützung. Diese Einrichtungen sind vor Ort ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Für Orte wie Holtrup gilt außerdem auch: „Wenn ein Ort keine Kita hat, dann stirbt das Dorf!" findet Kathi Scharf, Sprecherin im Jugendhilfeausschuss in Porta Westfalica.
Frühkindliche Bildung und Förderung gehören zur öffentlichen Daseinsvorsorge und dürfen nicht durch schlechte Reformvorschläge gefährdet werden. Die Probleme des Systems sind schon lange bekannt, so stehen viele Kitas bereits jetzt finanziell vor dem Aus. „Auf dem Rücken von Kindern dürfen keine politischen Verteilungskämpfe geführt werden. Dass unsere Kitas unterfinanziert sind, ist kein Zufall, sondern politisch gewollt. Da sich Investitionen in Bildung immer auszahlen, ist es nicht nur unwirtschaftlich, es ist vielmehr unmenschlich und widerlich", findet Rohlfing.
Offensichtlich fehlt es der aktuellen Landesregierung am politischen Willen, die Krisen des Systems an der Wurzel zu packen. Anstelle einer auskömmlichen, bedarfsgerechten Finanzierung, hält man weiter an Kindpauschalen fest. Dafür werden Scheinlösungen als der große Erfolg präsentiert. Nach diesen Reformen sind unsere Kitas noch immer nicht auskömmlich finanziert. Vielmehr verwässert die Qualität der pädagogischen Arbeit immer weiter durch eine Aufteilung in Kern- und Randstunden. Selbst bei 35 Stunden Kernstunden pro Woche entsteht ein starkes Gefälle zwischen pädagogisch-didaktisch wertvoller frühkindlicher Bildung und reiner Verwahrung der Kinder, damit ihre Eltern der Lohnarbeit nachgehen können.
Wir teilen die Forderungen von Die Linke NRW nach einer KiBiz-Reform, die eine auskömmliche, vollständig landesfinanzierte Kita-Finanzierung, bessere Personalschlüssel und verbindliche Qualitätsstandards sowie eine echte Entlastung der Beschäftigten statt weiterer Verdichtung der Arbeit beinhaltet. Für echte Startchancen müssen die Nöte vor Ort endlich ernst genommen werden. Die Landesebene geht hier fahrlässig mit der Zukunft einer ganzen Generation um.
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Marie-Sophie Kasten
(Kreissprecherin)
Leon-Patrick Rohlfing
(Kreissprecher)

