Fünf Varianten für die Bahntrasse

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Das Warten hat ein Ende, denn jetzt liegen endlich auch der Öffentlichkeit erste Pläne der DB-Netz AG vor. Sie werden die Grundlage des kommenden Dialogverfahrens sein.

Die vorweihnachtliche Bescherung erreichte die Bürgerinitiative am Nachmittag des 25.11.2020 und wurde mit Bestürzung zur Kenntnis genommen. Noch in diesem Monat sollt die Planungsvereinbarung geschlossen werden. „Die Bahn und das BMVI drücken jetzt aufs Gas“, kommentiert Gesine Frank den ebenfalls vorliegenden Zeitfahrplan. Sie ist seit vielen Jahren in der Bürgerinitiative Bigtab e.V. aktiv und engagiert sich für den umweltverträglichen sowie kostengünstigeren Ausbau.

Fünf Varianten

Der aktuelle Konzeptentwurf des Planungsbüros weist als erste Variante die Planung von 2016 aus, verwirft sie jedoch sofort, da mit ihr nicht die Zielvorgabe des BMVI im Rahmen des Deutschlandtakts eingehalten werden könne.

Die zweite Variante verlässt in Fahrtrichtung Hannover bei Brake die Bestandsstrecke und folgt dann der A2. Die geschätzten Investitionen von knapp 5,9 Mrd. € sowie die relativen Kosten pro Fahrminute von 345 Mio. € sind bei diesem Vorschlag mit jedoch sehr hoch.

Um weniger Tunnel und Brücken bauen zu müssen, hat man deshalb dritten Beispiel eine Variante ausprobiert, bei der die Bestandsstrecke erst ab Bad Oeynhausen verlassen wird und dann der A2 folgt. Die Ersparnis ist jedoch gering, da viele Bahnhöfe ertüchtigt werden müssten.

Bei Variante vier wird auf den Ausbau vor Bad Oeynhausen völlig verzichtet. Hier sind zwar die kalkulierten Gesamtkosten von ca. 4,5 Mrd. € günstiger als bei Variante drei, die Kosten pro Fahrminute sind mit 413 Mio. € aber vergleichsweise hoch. Der Grund: Die Streckenführung entlang der A2 erfordert besonders viele Tunnel und Brückenbauwerke.

Die letzte, fünfte Variante scheint aus Sicht der Planer die attraktivste zu sein, weil sie kostengünstig ist und die gewünschten 31 Minuten erreicht. Sie ist annähernd so, wie es die Bürgerinitiativen in Porta Westfalica, Bückeburg, dem Auetal und Vlotho befürchtet hatten. Richtung Hannover verlässt sie wie Variante zwei bei Brake die Bestandsstrecke, um der Autobahn zu folgen, quert dann das Wesergebirge und den Bückeberg und trifft schließlich, wie im Plan von 2016, bei Echtdorf auf die Bestandsstrecke.

Im weiteren Verlauf in für die Umfahrung von Wunstorf bis Seelze ebenfalls ein Neubau geplant, auch hier wehren sich Bürgerinitiativen seit vielen Jahren.

Rechtliche Grundlage umstritten

Zwar ist das Verkehrsprojekt mit dem Bundesverkehrswegeplan per Gesetz verabschiedet worden, aber die Rahmenbedingungen sind nicht mehr dieselben. „Das BMVI legt sich mit 31 Minuten Fahrzeit zwischen Hannover und Bielefeld auf eine Schnellbahntrasse inkl. Neubau fest. „Aus meiner Sicht gibt es keine Gesetzesgrundlage für diese Bedingung“ so Gesine Frank, Mitglied der Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Minden. „Wir verhandeln nicht über 31 Minuten/300 km/h – ein wirklich offenes Verfahren muss den Ausbau als Möglichkeit einschließen.

In der Region ist man sich einig, nicht nur die kommunalen Gremien lehnen den Neubau ab, auch der Entwurf des Regionalplans 2020 fordert den Ausbau und wendet sich mit klaren Worten gegen die Schnellbahntrasse.